Wenn die Ernte aus dem Spreewald größer ist als der Kühlschrank
Nach der Rückkehr gehört das Boot abgedeckt und der Rumpf auf Eis- oder Kratzspuren geprüft. Wer im Winter fährt, sollte außerdem einen trockenen Satz Kleidung im Auto lassen. Der Spreewald ist im Winter kein Ort für Improvisation – aber einer, der bei guter Vorbereitung ruhiger und klarer wirkt als in der Saison.
Die größte Gefahr ist nicht die Kälte, sondern das Eis. Dünne Eisschichten an den Ufern sehen harmlos aus, können aber den Bootsrumpf beschädigen. Der Fährmann entscheidet, ob eine Durchfahrt sicher ist – nicht der Gast. Wer eigenständig mit einem gemieteten Kahn unterwegs ist, sollte vor dem Ablegen die Wasseroberfläche im Umkreis von mindestens fünfzig Metern prüfen. Ein weiterer häufiger Fehler: das Unterschätzen der Strömung an Wehren und Schleusen. Im Winter ist der Wasserstand oft höher, die Fließgeschwindigkeit unterschätzt man leicht.
Wer den Spreewald im Sommer besucht, sollte flexibel bleiben. Plötzliche Gewitter sind möglich, dann heißt es: an Land gehen und warten. Ein Regenponcho nimmt wenig Platz weg und ist Gold wert. Wer sich nicht an die Wetterlage anpasst, riskiert eine unangenehme Rückfahrt. Am besten plant man einen Puffertag ein, falls ein Ausflug ins Wasser fällt. Mit etwas Vorbereitung wird der Aufenthalt entspannt und die Eindrücke bleiben positiv.
Wildkräuter aus dem Spreewald schmecken nur so lange gut, wie sie richtig gelagert werden. Wer Bärlauch, Giersch, Waldmeister oder Wiesenkerbel sammelt, hat oft mehr, als in zwei Tagen verbraucht werden kann. Entscheidend ist, dass die Blätter vor dem Lagern trocken sind. Nasses Grün schimmert nach wenigen Stunden, fault und verdirbt den ganzen Vorrat. Also zunächst auf einem Tuch ausbreiten, nicht waschen, wenn die Kräuter später getrocknet oder eingefroren werden. Nur bei starker Verschmutzung kurz abspülen und anschließend gründlich trocken tupfen.
Für eine Paddeltour braucht man kein eigenes Boot. Vor Ort gibt es Verleiher, die Kajaks und Kanus stunden- oder tageweise ausgeben. Wichtig: vorher reservieren, denn an Wochenenden sind die Boote schnell weg. Wer zum ersten Mal paddelt, sollte die breiten Fließe wählen und die schmalen, verwachsenen Kanäle meiden. Diese sehen romantisch aus, enden aber oft in Sackgassen oder im Dickicht. Ein Blick auf die Karte vor der Abfahrt spart Ärger. Die Strömung ist meist schwach, doch Gegenwind auf offenen Wasserflächen kostet Kraft.
Eine Kahnfahrt mit Picknick klingt nach einem ruhigen Nachmittag auf dem Wasser, kann aber schnell in Hektik ausarten, wenn Gewässer, Boot und Verpflegung nicht zusammenpassen. Wer die Tour vorher durchdenkt, spart sich Ärger am Ufer und hat mehr Zeit für das, was zählt: das Treibenlassen. Die folgenden fünf Punkte decken die typischen Stolperfallen ab.
Wer sich richtig vorbereitet, bekommt im Winter mehr Natur als im Sommer. Reiher und Kormorane bleiben, die Laubbäume sind kahl, und man sieht plötzlich Strukturen, die im Blätterdach verschwinden. Fuchs und Reh wechseln über die zugefrorenen Wiesen, weil der Schnee Spuren zeigt. Das eigentliche Erlebnis entsteht nicht durch die längste Strecke, sondern durch langsames Fahren und Aufmerksamkeit. Wer die Fahrt als Transportmittel begreift, verpasst das Wesentliche.
Die Natur sollte man mit Respekt behandeln. Mücken sind im Sommer zahlreich, besonders in der Dämmerung. Ein Insektenschutzmittel und lange Kleidung helfen. Sonnenschutz ist ebenfalls wichtig, denn auf dem Wasser gibt es kaum Schatten. Wer schwimmen will, sollte nur an ausgewiesenen Stellen ins Wasser gehen. Die Fließe sind oft tief und die Strömung wird unterschätzt. Ein weiterer Fehler: Abfall in die Kanäle werfen. Das schadet den Tieren und ist verboten. Wer sich an die Regeln hält, stört weder die Einheimischen noch die Natur.
Ausrüstung, die den Unterschied macht Entscheidend ist nicht die dicke Jacke, sondern die Schicht direkt am Körper. Baumwolle saugt Feuchtigkeit und kühlt aus, wenn man sitzt und nicht rudert. Funktionelle Unterwäsche, ein Fleece und eine winddichte Außenschicht halten warm. Dazu gehören wasserdichte Handschuhe, eine Mütze, die über die Ohren geht, und Schuhe mit profilloser, aber isolierter Sohle – auf nassen Holzplanken ist Profil sogar hinderlich. Eine Sitzunterlage aus Schaumstoff oder eine zusammengefaltete Decke verhindert, dass die Kälte von der Bank in den Rücken zieht. Wer eine Thermoskanne mit heißem Tee mitnimmt, sollte sie zwischen den Füßen abstellen, nicht auf dem Bootsboden stehen lassen.
Der Spreewald ist im Sommer am schönsten, aber auch am vollsten. Wer die Ruhe sucht, sollte früh aufstehen. Zwischen 7 und 9 Uhr sind die Kanäle noch leer, die Temperaturen angenehm und die Tiere aktiv. Später am Tag stauen sich die Paddelboote an den Engstellen, besonders zwischen Lübbenau und Lehde. Ein typischer Fehler ist, erst gegen Mittag zu starten und dann im Stau zu treiben. Wer morgens losfährt, hat den Wald für sich.