Paddeln im Spreewald: Frühling oder Sommer?

From Madagascar
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Die erste Phase liegt meist im Juni und Juli. Nach der Schneeschmelze und den ersten warmen Wochen stehen die Fließe hoch, Wiesen sind teilweise überflutet. Stechmücken legen ihre Eier in diese flachen, sonnigen Wasserflächen. Bei anhaltender Wärme schlüpfen die Larven innerhalb weniger Tage. Wer in dieser Zeit durch den Hochwald bei Burg oder Lübbenau fährt, trifft auf dichte Schwärme – besonders am frühen Morgen und in der Abenddämmerung.

Typische Fehler beim Bau und bei der Pflege sind immer dieselben: zu trockenes Holz, zu dünne Spanten, falsche Dichtmittel auf Silikonbasis und zu seltenes Wässern. Silikon haftet auf Holz nicht dauerhaft und erschwert spätere Reparaturen. Wer sich an die traditionellen Materialien hält, hat weniger Ärger. Ein Kahn aus Kiefer oder Lärche hält bei guter Pflege zwanzig Jahre und mehr. Eiche und Robinie bringen es auf deutlich längere Zeiträume. Entscheidend ist nicht die teuerste Holzart, sondern die konsequente Pflege nach dem ersten Wassern.

Zuerst die Regeln, die ganzjährig gelten, im Frühling aber besonders wichtig sind. Auf den Fließen herrscht Rechtsverkehr, an Engstellen und Brücken wird nicht überholt. Wer sich nicht sicher ist, ob ein Fließ befahren werden darf, fragt vor Ort bei einem der Bootsverleihe oder liest die ausgeschilderten Hinweise an den Einstiegsstellen. Vom 1. April bis 31. Oktober ist das Befahren der meisten Fließe erlaubt, in der übrigen Zeit nur eingeschränkt. Zwischen Sonnenuntergang und Sonnenaufgang wird nicht gepaddelt. Rettungswesten sind Pflicht für Kinder und für alle, die nicht sicher schwimmen können. Das ist keine Empfehlung, sondern Vorschrift.

Praktisch ist ein Blick auf die Pegelstände, bevor man losfährt. Die örtlichen Verleihe kennen die Bedingungen und geben aktuelle Hinweise. Wer mit eigenem Boot anreist, sollte die Bootsrampen und Einstiege vorher prüfen, denn im Frühling sind manche Wege noch gesperrt oder aufgeweicht. Ein trockener Satz Kleidung im wasserdichten Sack, ein Handy in einer wasserdichten Hülle und ein Thermos mit warmem Tee sind keine Übertreibung – sie machen den Unterschied zwischen einem schönen Tag und einem Abbruch. Wer diese Punkte beachtet, erlebt den Spreewald im Frühling so, wie er gemeint ist: ruhig, klar und ohne Gedränge.

Ernten Sie nur junge, saubere Blätter und Triebe. Ältere Blätter sind zäh und enthalten mehr Bitterstoffe. Pflücken Sie nicht die ganze Pflanze, sondern einzelne Blätter oder Triebe – so wächst sie nach. Pro Bestand sollte maximal ein Drittel entnommen werden. Ein häufiger Fehler ist das Sammeln in Plastiktüten: Darin schwitzen die Kräuter, werden matschig und verlieren Aroma. Besser sind ein luftiger Korb oder ein Stoffbeutel. Verarbeiten Sie die Kräuter noch am selben Tag, sonst verlieren sie Vitamine und Frische.

Der Gurkenradweg ist ein ausgeschilderter Radweg, der durch das Spreewald-Vorland und die Niederlausitz führt. Wer drei Tage einplant, sollte sich vorab entscheiden, ob er die Strecke als geschlossenen Rundkurs oder als Etappenfahrt mit täglichem Quartierwechsel fährt. Der Rundkurs beginnt und endet am selben Ort, was die Logistik vereinfacht: kein Zugticket für die Rückfahrt, kein Transport des Gepäcks zwischen Unterkünften. Die Etappenvariante bietet mehr Abwechslung, kostet aber Zeit für Umpacken und Anreise zum Startpunkt.

Für Kahnfahrten gilt: Nicht jeder Anleger ist stufenlos. In Lübbenau und Burg gibt es Anleger mit Rampen, aber die Boote selbst haben oft eine hohe Bordwand. Ein Rollstuhl kann nur mitgenommen werden, wenn das Boot über eine breite Einstiegsluke verfügt und der Fahrgast umsetzen kann. Wer auf den Rollstuhl angewiesen bleibt, sollte telefonisch nachfragen, ob ein entsprechendes Boot verfügbar ist. Ein häufiger Fehler ist die Annahme, dass jede Kahnfahrt automatisch barrierefrei ist, nur weil der Anleger eben ist.

Wer im Spreewald paddelt, kennt den Unterschied zwischen einem Ausflug im April und einem im Juli. Im Frühling gehört der Fluss den Einheimischen, den Vögeln und den wenigen, die wissen, worauf sie achten müssen. Die Fließe sind dann voller Wasser, die Uferwege leer, und die Stille ist keine Werbebotschaft, sondern Realität. Allerdings gelten im Frühjahr andere Bedingungen als im Sommer – wer das ignoriert, steht schnell im Schilf oder am gesperrten Wehr.

Der wirksamste Schutz ist nicht das stärkste Mittel, sondern die richtige Kleidung. Lange, helle Hosen und Ärmel aus dicht gewebtem Stoff halten die meisten Stiche ab. Repellents auf Haut und Kleidung wirken nur, wenn sie gleichmäßig aufgetragen und nach zwei bis drei Stunden erneuert werden. Typische Fehler: nur die Unterschenkel einsprühen, den Nacken vergessen, das Mittel auf verschwitzte Haut auftragen. Auch das Einreiben der Kleidung mit Duftstoffen lockt Mücken eher an.

Die Etappenlänge sollte man realistisch planen. Drei Tage bedeuten bei gemütlichem Tempo etwa 40 bis 55 Kilometer pro Tag, je nach Wind und Untergrund. Auf den Sandpassagen im Vorland kostet Gegenwind viel Kraft. Wer mehr als 60 Kilometer täglich plant, kommt ins Hetzen und sieht nichts von der Landschaft. Pausen für Einkehr und Besichtigung einrechnen. Die Wege sind meist flach, aber nicht durchgehend asphaltiert. Ein Trekkingrad oder ein robustes Tourenrad ist besser als ein Rennrad mit schmalen Reifen.