4 Schritte, Damit Regal Und Schrank Nicht Kippen

From Madagascar
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Von der Geburt bis etwa zum sechsten Monat schläft ein Baby meist in einer Wiege, einem Beistellbett oder einem Gitterbett mit hohem, verstellbarem Lattenrost. Wichtig ist ein Rost, der sich in der Höhe verstellen lässt, damit der Rücken beim Herausheben geschont wird. Der Abstand der Gitterstäbe darf nicht mehr als sechs Zentimeter betragen, sonst kann der Kopf dazwischen geraten. Typische Fehler: zu viele Kissen, weiche Matratzen und lose Decken im Bett. Für diese Altersgruppe gilt: wenig ist mehr.

Ein häufiger Fehler ist die einzige Kleiderstange auf Erwachsenenhöhe. Dort landen Hemden und Kleider, die das Kind nie selbst herausholt – und die Eltern räumen dann doch wieder alles hinterher. Besser ist eine Stange auf Kinderhöhe für den täglichen Gebrauch. Bei größeren Schränken können zwei Stangen übereinander montiert werden: die untere für das Kind, die obere für saisonale oder seltene Kleidung, die von Erwachsenen verwaltet wird. Wichtig ist der Abstand zwischen den Stangen: mindestens 40 Zentimeter, sonst kollidieren die Bügel und das Kind kommt nicht an die untere Reihe, weil die obere im Weg hängt.

Ein hohes Regal oder ein schmaler Schrank kippt schneller, als viele denken. Schon ein Kind, das eine Schublade herauszieht und sich daran hochzieht, kann ein Möbelstück zum Umfallen bringen. Die Lösung ist unspektakulär: eine Wandbefestigung. Sie kostet wenig Zeit, verhindert aber die schwersten Unfälle im Haushalt.

Bei Schubladenschränken und Regalen mit schweren Büchern oder Werkzeug sollte die Sicherung immer gesetzt werden, auch wenn das Möbelstück stabil wirkt. Kinderzimmer, Flure und Keller sind besonders gefährdet. Wer ein Möbelstück später umstellt, entfernt die Befestigung nicht einfach, sondern setzt sie am neuen Platz erneut. Und nach dem Umzug oder einer Renovierung lohnt der kurze Blick, ob alle Schrauben noch fest sitzen – das dauert keine Minute.

Vor dem Bohren muss klar sein, was in der Wand steckt. Massivziegel und Beton tragen zuverlässig, Gipskarton nur mit geeigneten Dübeln oder mit einem Hohlraumanker. Leichtbauwände haben oft Ständer aus Holz oder Metall in regelmäßigen Abständen; dort hält eine Schraube direkt im Ständer am besten. Wer unsicher ist, prüft die Wand mit einem Leitungssucher und einem dünnen Probebohrer. Stromleitungen laufen meist senkrecht über Schaltern und waagerecht in Höhe der Steckdosen – dort besser nicht bohren.

Die Tiefe der Fächer sollte bei etwa 30 bis 35 Zentimetern liegen. Tiefere Fächer verleiten dazu, Stapel übereinander zu legen – das Kind zieht dann das unterste Teil heraus und reißt alles mit. Besser ist eine Reihe pro Fach, dafür mehr Fächer. Offene Körbe oder Schubladen ohne Deckel erleichtern den Zugriff zusätzlich. Schubladen brauchen einen leicht laufenden Auszug; klemmende Schienen führen dazu, dass das Kind sie gar nicht erst öffnet.

Typische Fehler wiederholen sich. Häufig wird nur eine Schraube gesetzt, obwohl zwei Befestigungspunkte nötig sind, um ein Verdrehen zu verhindern. Oft wird die Rückwand als tragendes Teil überschätzt. Ein weiterer Fehler: Der Dübel sitzt zu locker im zu großen Bohrloch, oder die Schraube ist zu kurz und greift nur in der Putzschicht. Auch das Möbel wird manchmal nicht senkrecht ausgerichtet, sodass der Winkel unter Spannung steht und später ausreißt. Prüfen lässt sich die Befestigung mit einem kräftigen Zug nach vorn – aber vorsichtig, nicht ruckartig.

Lichterketten sind deutlich einfacher zu montieren, haben aber andere Grenzen. Sie leuchten punktuell, was als gemütlich gilt, aber bei zu großer Distanz zwischen den Lampen ein unruhiges Muster ergibt. Für ein Kinderzimmer sind Ketten mit matten, warmweißen Kugeln und einem Abstand von 10 bis 15 Zentimetern sinnvoll. Batteriebetriebene Ketten sind praktisch, weil kein Kabel zur Steckdose führt, aber die Batterien müssen regelmäßig gewechselt werden. Akkubetrieb ist hier die sauberere Lösung.

Die richtige Verbindung zwischen Möbel und Wand Für die eigentliche Sicherung gibt es mehrere Wege. Ein Metallwinkel, der oben am Möbelrücken verschraubt und mit einem Dübel in der Wand verankert wird, ist die einfachste Variante. Bei Schränken mit dünner Rückwand reicht das nicht: Die Rückwand ist meist nur angetackert und reißt aus. Besser ist es, den Winkel direkt am Korpus oder an einer stabilen Querstrebe zu befestigen. Alternativ lassen sich Spanngurte oder spezielle Kippschutzbänder verwenden, die man an der Wand und am Möbel verschraubt. Entscheidend ist immer, dass die Verbindung zugfest ist und nicht nur formschlüssig anliegt.

Die Kleiderstange muss so hoch hängen, dass das Kind flache Kleidungsstücke wie T-Shirts und Hosen mit ausgestrecktem Arm abnehmen kann, ohne auf Zehenspitzen zu stehen. Als Orientierung dient die Körpergröße: Die Stange liegt etwa auf Schulterhöhe plus einer Handbreit. Bei einem sechsjährigen Kind mit rund 120 Zentimetern Größe sind das ungefähr 100 bis 105 Zentimeter ab dem Boden. Messen lässt sich das einfach mit einem Zollstock an der Wand: Das Kind stellt sich aufrecht davor, hebt den Arm bis zur bequemen Greifhöhe, und diese Höhe wird markiert. Alles, was über dieser Markierung hängt, bleibt für das Kind unerreichbar.