Wer im Spreewald Mücken ignoriert, zahlt mit geschwollenen Stichen

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Die Wassertemperatur spielt eine unterschätzte Rolle. Solange das Wasser eiskalt ist, kann der Pegel noch so hoch sein – die Vegetation am Ufer bleibt zurück. Erst wenn das Wasser sich spürbar erwärmt, meist ab Ende Februar oder Anfang März, beginnen die ersten Knospen an den Uferweiden. Wer nur auf den Pegel schaut und die Temperatur ignoriert, wird den Frühling zu früh ausrufen. Ein Thermometer im Wasser ist genauer als das Handgefühl, aber auch ein einfacher Test mit der Hand am Uferrand reicht für eine grobe Einschätzung.

Ernten Sie nur junge, saubere Blätter und Triebe. Ältere Blätter sind zäh und enthalten mehr Bitterstoffe. Pflücken Sie nicht die ganze Pflanze, sondern einzelne Blätter oder Triebe – so wächst sie nach. Pro Bestand sollte maximal ein Drittel entnommen werden. Ein häufiger Fehler ist das Sammeln in Plastiktüten: Darin schwitzen die Kräuter, werden matschig und verlieren Aroma. Besser sind ein luftiger Korb oder ein Stoffbeutel. Verarbeiten Sie die Kräuter noch am selben Tag, sonst verlieren sie Vitamine und Frische.

Für Kahnfahrten gilt: Sie starten an festen Anlegestellen in Lübbenau, Lübben und Burg. Ohne Auto erreicht man diese Anlegestellen mit dem Rad oder zu Fuß vom Bahnhof aus. Wer eine Kahnfahrt plant, sollte die Abfahrtszeiten mit der eigenen Ankunft abstimmen und nicht die letzte Fahrt des Tages anpeilen. Bei Regen fallen Fahrten manchmal aus, und Ersatz ist nicht garantiert. Ein Puffer von ein bis zwei Stunden zwischen Zugankunft und Kahnfahrt nimmt den Druck heraus.

Was im März schon geht und was noch nicht Die Saison startet gestaffelt, nicht an einem einzigen Datum. Erste Kahnfahrten werden meist ab Mitte März angeboten, oft nur am Wochenende und nur bei eisfreien Fließen. Fahrradverleihe öffnen häufig ebenfalls erst Mitte oder Ende des Monats. Die Gurken- und Meerrettichbetriebe, die im Sommer Besucher empfangen, arbeiten im März noch in der Produktion. Wer einkehren will, sollte sich auf die wenigen ganzjährig geöffneten Gaststätten konzentrieren und deren Ruhetage kennen. Typischer Fehler: die Öffnungszeiten aus dem Sommer voraussetzen. Im März gilt fast überall eine reduzierte Zeit, teils mit kurzfristigen Änderungen wegen Hochwasser.

Vor dem Ablegen gehört die Ausrüstung geprüft. Ein Kompass oder eine Karte mit klaren Ufermarkierungen sind wichtiger als jedes technische Hilfsmittel, weil im Nebel Orientierungspunkte fehlen. Eine Signalpfeife, eine wasserdichte Lampe mit rotem und weißem Licht sowie eine Rettungsweste für jede Person an Bord sind Pflicht. Typischer Fehler: Nur eine Weste mitnehmen und sie im Boot liegen lassen, statt sie anzuziehen. Bei Wassertemperaturen unter zehn Grad sinkt die Überlebenszeit im Wasser schnell auf wenige Minuten. Auch die Kleidung muss sitzen: mehrere dünne Schichten, Handschuhe, Mütze. Baumwolle direkt auf der Haut ist falsch, weil sie im feuchten Nebel auskühlt.

Rudern oder Paddeln bei eingeschränkter Sicht Im Nebel zählt eine gleichmäßige, langsame Schlagfolge. Wer hektisch rudert, verliert die Richtung und ermüdet doppelt so schnell. Bei jedem dritten Schlag kurz über die Schulter blicken und die Position zum Ufer prüfen. Auf breiten Gewässern empfiehlt es sich, in Ufernähe zu bleiben, aber mindestens zwanzig Meter Abstand zu halten, weil dort Bojen, Stege oder Treibholz liegen können. Ein weiterer häufiger Fehler ist das Einfahren in Fahrrinnen von Berufsschiffen. Diese sind im Nebel besonders gefährlich, da große Schiffe einen langen Bremsweg haben und Nebelsignale abgeben. Wer ein tiefes, langgezogenes Horn hört, muss sofort aus der Fahrrinne zum Ufer rudern und notfalls anhalten.

Anfang März liegt der Spreewald noch im Winterschlaf. Die Kahnfährleute haben ihre Boote in den Hallen, viele Gasthäuser öffnen erst Ende des Monats, und auf den Fließen treibt stellenweise noch Treibeis. Wer jetzt anreist, bekommt einen stillen, fast privaten Spreewald – muss aber mit Einschränkungen leben. Die wichtigste Regel für diese Jahreszeit: nicht auf gut Glück losfahren, sondern vorher anrufen und fragen, was tatsächlich geöffnet ist. Wer ohne Absprache anreist, steht oft vor verschlossenen Türen und sucht vergeblich nach einem Kahn.

Wer die Saison kennt, kann sie nutzen. Wer sie ignoriert, verbringt den Abend mit Kratzen statt mit Blick auf den Kahn. Der wirksamste Schutz ist deshalb keine einzelne Maßnahme, sondern die Kombination aus angepasster Kleidung, richtigem Zeitpunkt und der Bereitschaft, Gewohnheiten an das Wasser anzupassen.

Der Frühling bringt an Seen und Flüssen eine besondere Mischung: Die Wassertemperatur liegt noch nahe bei fünf bis acht Grad, während die Luft über Nacht stark abkühlt. In klaren Nächten ohne Wind entsteht am frühen Morgen dichter Nebel, der oft bis zehn Uhr über dem Wasser steht. Eine Kahnfahrt zu dieser Zeit ist ruhig, fast lautlos und völlig anders als am Mittag. Wer sie plant, muss jedoch mit Sichtweiten von unter fünfzig Metern rechnen und die Route entsprechend anpassen. Idealerweise startet man zwischen sechs und sieben Uhr, wenn der Nebel am dichtesten ist, und hat eine Strecke gewählt, die man auch bei schlechter Sicht sicher beherrscht.