Winterpaddeln im Spreewald: Der Fehler, der dich kentern lässt

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Winterpaddeln im Spreewald ist kein Extremsport, aber es verzeiht weniger Fehler als im Sommer. Die größte Gefahr ist nicht die Kälte draußen, sondern die Unterschätzung des Wassers: Wer bei zwei Grad Außentemperatur kentert, hat je nach Kleidung nur wenige Minuten, bevor die Hände nicht mehr greifen und die Beine nicht mehr treten. Deshalb steht am Anfang jeder Tour die Entscheidung, ob die Ausrüstung wirklich für einen Sturz ins Wasser taugt, nicht nur für ruhiges Gleiten.

Unterkünfte sollten früh gebucht werden, besonders rund um Feiertage und in den Osterferien. Viele Höfe und Pensionen öffnen erst ab April vollständig, manche erst zu Ostern. Wer absolute Ruhe sucht, meidet die Hauptorte und weicht auf kleinere Dörfer aus. Dort gibt es weniger Infrastruktur, dafür mehr Vogelstimmen und weniger Bootsverkehr. Wer beides will – Natur und Versorgung –, plant die Übernachtung in einem der größeren Orte und startet von dort aus mit dem Rad oder zu Fuß in die stilleren Fließe.

Wer im Sommer anreist, sollte früh starten. Zwischen zehn und fünfzehn Uhr drängen sich die Boote auf den Hauptkanälen rund um Lübbenau und Burg. Vor acht Uhr ist das Wasser ruhig, die Reiher stehen noch am Ufer, und die Temperaturen bleiben erträglich. Ein typischer Fehler ist die Annahme, dass ein Tag reicht. Die Distanzen auf dem Wasser wirken kurz, ziehen sich aber durch Schleusen und Umwege. Zwei bis drei Tage geben ein realistisches Bild, ohne dass man hetzt.

Kleidung ist im Frühling entscheidend. Morgens liegen die Temperaturen oft nahe dem Gefrierpunkt, mittags können es über fünfzehn Grad sein. Zwiebelprinzip mit wasserabweisender Außenschicht funktioniert besser als eine dicke Jacke. Wer im Boot sitzt, friert schneller als beim Wandern – eine Sitzunterlage aus Schaumstoff hilft. Sonnencreme ist bereits im März sinnvoll, weil das Wasser das Licht reflektiert. Mücken sind im April noch selten, ab Mitte Mai aber präsent; ein Repellent gehört in den Tagesrucksack.

Der Spreewald im Sommer ist kein Ort, den man in zwei Stunden abhakt. Das Kernstück ist das Kahnfahren, und dazu gibt es eine wichtige Regel: Wer selbst paddelt, sollte die Fließrichtung kennen. Die meisten Kanäle werden von der Spree gespeist, und an Wehren und Schleusen ist Umsetzen Pflicht. Wer zum ersten Mal ein Ruderboot mietet, unterschätzt die Strömung an Engstellen. Besser ist es, sich einer geführten Kahnfahrt anzuschließen oder zumindest eine Karte mit den Sperrwerken mitzunehmen. Telefone funktionieren auf den schmalen Fließen oft schlecht, also vorher die Route festlegen und eine Uhrzeit für die Rückgabe merken.

Die Routenwahl folgt dem Eis, nicht dem Wunsch. Die Fließe im Unterspreewald und um Lübben sind schmal und beschattet, dort steht das Eis länger. Breitere Gewässer wie die Spree bei Burg oder die Kanäle um Lehde tauen früher auf, bieten aber mehr Wind. Wer im Januar oder Februar startet, plant kurze Etappen mit Ausstiegsmöglichkeiten alle ein bis zwei Stunden. Ganztagestouren mit zwanzig Kilometern sind im Winter ein Fehler, weil die Pausen zum Aufwärmen fehlen und die Dämmerung früh kommt.

Was im Winter tatsächlich möglich i

Die vierte Tour verläuft ab Straupitz in Richtung Norden und zurück über einen Seitenarm. Sie ist die längste der fünf und dauert knapp vier Stunden. Zwei Stellen sind bei Niedrigwasser so flach, dass man aussteigen und das Boot kurz ziehen muss. Das ist normal und kein Zeichen für eine falsche Route. Wer trotzdem ständig aufsitzt, hat meist zu viel Gepäck im Heck und sollte die Last nach vorn verlagern.

Paddeln auf eigene Faust: Route planen statt drauflos fahren Wer selbst paddelt, ist flexibler, braucht aber Vorbereitung. Die Fließe sind ein Netz mit vielen Sackgassen und Sperrwerken. Ohne Karte oder vorinstallierte Offline-Navigation verliert man leicht die Orientierung. Wichtig: vor der Abfahrt prüfen, ob die gewählte Strecke für Paddelboote freigegeben ist – einige schmale Fließe sind Naturschutzgebiet und dürfen nicht befahren werden. Ein weiterer häufiger Fehler ist die Unterschätzung der Strömung. Die Spree fließt träge, aber an Wehren und Engstellen wird es kräftig. Wer zum ersten Mal im Boot sitzt, sollte eine kurze Strecke mit wenig Verkehr wählen.

Der Spreewald erwacht im Frühling früher als die meisten Regionen Brandenburgs. Die Spree teilt sich hier in hunderte Fließe, und sobald das Wasser wärmer wird, setzen sich die ersten Insekten und Amphibien in Bewegung. Für Besucher bedeutet das: Die Saison beginnt, aber viele Wege sind noch nicht vollständig geräumt oder ausgeschildert. Wer jetzt kommt, erlebt eine ruhigere Landschaft als im Sommer – muss aber mit wechselhaftem Wetter und niedrigeren Wasserständen rechnen.

Für eine dritte Variante eignet sich der Abschnitt bei Leipe. Die Runde führt durch zwei Seen und einen verbindenden Kanal, insgesamt gut drei Stunden. Hier ist die einzige echte Gefahr der Wind auf den offenen Flächen. Kanadier mit hohem Freibord treiben schnell ab; ein Kajak mit flachem Deck ist bei Böen deutlich einfacher zu halten. Wer unsicher ist, bleibt in den geschützten Gräben und lässt die Seen aus.