Erste Laminatreihe Schief: Der Fehler, Der Alles Verschiebt
Nach dem Einbringen der Spachtelmasse heißt es warten. Wer zu früh schleift oder streicht, zerstört die Reparatur. Die Masse muss vollständig aushärten, das kann je nach Produkt und Schichtdicke mehrere Stunden dauern. Ein häufiger Fehler ist das Auftragen mehrerer dicker Schichten übereinander. Besser ist es, dünn zu spachteln und nach dem Trocknen eine zweite Schicht aufzutragen, bis die Fläche bündig ist. Dabei den Spachtel leicht über die Wand ziehen, nicht senkrecht hineindrücken. So entsteht eine glatte Oberfläche ohne Überstände.
Für das Verkleben auf Fliesen eignen sich flexible, zementäre Kleber mit hoher Haftung. Auftragen mit der Zahnkelle, Zahnung passend zur Fliesengröße, und die Fliesen mit leichter Drehbewegung einsetzen, damit der Kleber sich vollflächig verteilt. Kontrolliere stichprobenartig, ob der Kleber den Hohlraum vollständig ausfüllt – Fehlstellen werden sonst später zu Sollbruchstellen. Dehnungsfugen an Wänden, Ecken und großen Flächen nicht vergessen; sie nehmen die Bewegung auf, die der starre Belag nicht aufnehmen kann.
Vor dem ersten Bohrerwechsel sollte man den Wandaufbau kennen. In Wohnungen verlaufen Leitungen selten geradlinig. Stromkabel werden oft horizontal auf halber Höhe oder senkrecht über Schaltern und Steckdosen geführt. Wasserrohre liegen häufig in Bodennähe oder hinter Fliesen. Wer diese typischen Verläufe kennt, kann schon mit bloßem Auge viele Risikozonen eingrenzen. Sicher ist das jedoch nicht. Stahlbeton, Hohlräume und Dämmung machen die Sache unübersichtlich.
Für Kunststoffrohre stoßen viele Geräte an ihre Grenzen. Wer sicher gehen will, kombiniert mehrere Methoden. Dazu gehört das Studium von Bauplänen, falls vorhanden, oder das vorsichtige Anbohren mit einem dünnen Bohrer an einer unkritischen Stelle. Ein weiterer Trick: Die Heizung aufdrehen und mit einer Wärmebildkamera nach den wärmsten Stellen suchen. Das zeigt oft den Verlauf von Heizungsrohren. Auch ein Blick hinter Steckdosen und Schalter hilft, weil dort Leitungen sichtbar werden.
Der Kleister wird mit einer Rolle oder Bürste satt und gleichmäßig auf die Wand aufgetragen. Die Schicht muss vollständig decken, ohne zu tropfen. Besonders an den Rändern und in den Ecken wird sorgfältig gearbeitet, denn dort trocknet der Kleister zuerst an. Bahn für Bahn: immer nur so viel Fläche einkleistern, wie in der Trockenzeit verarbeitet werden kann. Bei normalem Vliestapetenkleister bleiben etwa zehn bis fünfzehn Minuten, um die Bahn anzulegen und auszurichten.
Typische Fehler lassen sich vermeiden. Dazu zählt, direkt über einer Steckdose zu bohren, ohne zu prüfen, ob das Kabel senkrecht nach oben führt. Ebenso riskant ist das Bohren in Fliesenfugen, weil dahinter oft Rohre liegen. Wer in einer Altbauwand mit unklarer Installation arbeitet, sollte grundsätzlich mit einem dünnen Bohrer beginnen und erst nach erfolgreicher Ortung auf den benötigten Durchmesser wechseln. Ein weiterer Fehler ist, den Bohrstaub zu ignorieren. Roter Staub deutet auf Ziegel, grauer auf Beton, aber das sagt nichts über Leitungen aus.
Am Ende bleibt eine einfache Regel: Je unsicherer die Wand, desto langsamer der Bohrer. Wer die Ortung ernst nimmt, spart sich nicht nur Ärger, sondern auch die Kosten für die Reparatur. Ein Kurzschluss oder ein Wasserschaden ist weit teurer als die Anschaffung eines brauchbaren Ortungsgeräts. Also lieber fünf Minuten länger messen als fünf Stunden später die Wand öffnen.
Zuerst wird die Wand vorbereitet. Alte Tapetenreste entfernen, Löcher spachteln, Unebenheiten abschleifen. Die Fläche muss saugfähig, sauber und trocken sein. Stark saugende Untergründe wie Gipskarton oder frischer Putz werden mit einer Grundierung behandelt, sonst zieht die Wand den Kleister so schnell ein, dass die Bahn keinen Halt mehr findet. Auf glatten, nicht saugenden Flächen wie Lack oder Fliesen hält kein normaler Vliestapetenkleister; hier ist eine Haftgrundierung nötig.
Vor dem ersten Klick steht die Untergrundprüfung. Der Boden muss trocken, eben und sauber sein. Eine Abweichung von mehr als zwei Millimetern auf zwei Metern Länge lässt sich später nicht mehr kaschieren, weil die Klickverbindungen unter Spannung stehen und aufspringen. Bei schwimmender Verlegung gehört eine Trittschalldämmung darunter, Randdämmstreifen an allen Wänden, an Türzargen und Heizungsrohren. Wer den Randstreifen vergisst, bekommt später Knackgeräusche und aufgewölbte Stellen.
Ein Dübel hält nur dann sicher, wenn er nicht in einem Kabel oder einer Wasserleitung landet. Wer blind in eine Wand bohrt, riskiert Kurzschluss, Wasserschaden oder teure Reparatur. Deshalb gilt: Erst orten, dann bohren. Das klingt banal, wird aber in der Praxis ständig ignoriert. Der Grund ist meist Zeitdruck oder die Annahme, dass in der eigenen Wand schon nichts liegen wird. Genau diese Annahme wird teuer.
Warum die Bahn trocken bleiben muss Vliestapeten bestehen aus einem Vlies, das auf der Rückseite eine dünne Kleisterschicht bekommt. Wird diese Schicht mit Wasser oder Kleister eingestrichen, verändert sich die Oberfläche. Die Bahn wird schwer, dehnt sich minimal aus und reißt leichter. Wird sie dann an die Wand gebracht, trocknet sie ungleichmäßig. Das Ergebnis sind sichtbare Wellen und Stoßkanten, die sich nicht mehr korrigieren lassen. Bleibt die Bahn trocken, behält sie ihre Form und lässt sich nach dem Anlegen noch verschieben.