4 Regeln für zwei Zonen im Regal
Warum trockenes Papier nicht vor Schimmel schüt
Beginne mit der Sitzhöhe und leite daraus die maximale Teppichdicke ab. Faustregel: Je niedriger die Sitzfläche, desto flacher sollte der Teppich sein. Bei einer Sitzhöhe von 38 cm und einem Flor von 20 mm entsteht leicht der Eindruck, man sitze auf dem Boden. Besser sind hier 5 bis 8 mm. Umgekehrt verträgt eine hohe Sitzfläche von 48 cm einen Flor bis 15 mm, ohne dass die Proportionen kippen. Miss außerdem den Abstand zwischen Sitzfläche und Boden im belasteten Zustand, also wenn jemand sitzt. Ein Polster sinkt je nach Füllung um ein bis drei Zentimeter ein.
Die Höhe entscheidet mehr als die Farbe Viele hängen den Fernseher zu hoch, weil das Regal darunter „Platz braucht". Das Ergebnis: Der Blick wandert nach oben, der Raum wirkt unruhig. Die Unterkante des Bildschirms gehört etwa auf Augenhöhe im Sitzen, also deutlich tiefer als üblich angenommen. Das Regal darunter darf dann niedriger ausfallen, etwa als Sideboard mit geschlossenen Fächern. Offene Fächer direkt unter dem Bildschirm sind ein typischer Fehler: Sie ziehen den Blick an und lassen den Fernseher kleiner erscheinen. Geschlossene Flächen darunter schaffen die Ruhe, die der Bildschirm allein nicht hat.
Bleibt der Geruch hartnäckig oder sind die Seiten sichtbar befallen, sollte das Buch getrennt von den übrigen aufbewahrt werden. Schimmel kann sich auf andere Bücher übertragen, wenn die Luftfeuchtigkeit hoch ist. Prüfen Sie auch den Einband. Riecht der Karton streng, kann man ihn vorsichtig mit einem trockenen Tuch abwischen. Bei Ledereinbänden ist Vorsicht geboten: Feuchtigkeit zerstört das Leder dauerhaft. Wer unsicher ist, ob ein Buch noch zu retten ist, sollte es lieber aussortieren. Ein muffiges Buch im Regal verdirbt auf Dauer den Geruch der ganzen Sammlung.
Die Vorzeigezone liegt zwischen etwa 1,20 und 1,70 Metern über dem Boden. In diesem Bereich landen ausschließlich Gegenstände, die regelmäßig benutzt werden oder bewusst sichtbar sein sollen: Geschirr, Gläser, Gewürze, Bücher, Werkzeuge des täglichen Bedarfs. Alles, was hier steht, muss ohne Bücken oder Strecken erreichbar sein. Ein häufiger Fehler ist, die Augenhöhe mit schweren oder sperrigen Dingen zu füllen, weil sie dort „gut hinpassen". Das führt dazu, dass die eigentlichen Gebrauchsgegenstände nach oben oder unten verbannt werden und die Zone ihre Funktion verliert.
Ordnen Sie die Bücher nach ruhigen Kriterien, nicht nach dekorativen. Ein häufiger Fehler ist das Aufstellen nach Farben. Das sieht auf Fotos ordentlich aus, im Alltag entsteht daraus ein System, das niemand pflegt, und nach zwei Wochen stehen die Bücher wieder kreuz und quer. Besser: nach Höhe und nach Sachgruppen. Gleiche Buchhöhen nebeneinander erzeugen eine waagerechte Linie, die den Raum beruhigt. Lassen Sie einzelne Fächer absichtlich leer. Leere Flächen sind keine Verschwendung, sondern der Abstand, den das Auge braucht, um den Fernseher als eigenes Objekt zu lesen.
Licht, das nicht blendet, sondern trä
Bücher und ein Fernseher an derselben Wand sind kein Gestaltungsproblem, sondern ein Ordnungsproblem. Beide sammeln Aufmerksamkeit, beide brauchen Fläche, und beide wirken unterschiedlich: Bücher wirken strukturiert und ruhig, ein ausgeschalteter Fernseher wirkt leer und schwarz. Wer beides kombiniert, muss vor allem eines klären: Was soll beim Betreten des Raumes zuerst ins Auge fallen? Erst danach beginnt die Planung, nicht umgekehrt.
Zum Schluss: Beleuchten Sie nicht beides gleichzeitig mit derselben Lichtquelle. Strahler, die sowohl Regale als auch Bildschirm anleuchten, erzeugen Reflexe. Setzen Sie lieber zwei getrennte Lichtpunkte, einen auf die Buchreihen, einen indirekt hinter den Bildschirm. Wer diese Trennung einhält, bekommt eine Wand, die weder nach Medienwand noch nach Bibliothek aussieht, sondern nach einem Raum, in dem beides seinen Platz hat.
Prüfen Sie die Wand hinter den Geräten. Ein dunkler Bildschirm vor einer dunklen Wand verschwindet, ein heller Regalrücken daneben wirkt dann wie ein Fremdkörper. Ein mittlerer, matter Ton für die gesamte Wand löst das Problem zuverlässig. Glänzende Oberflächen vermeiden, weil sie Licht reflektieren und den Bildschirm im ausgeschalteten Zustand doppelt sichtbar machen. Kabel gehören in einen Kanal oder hinter eine Blende. Lose herabhängende Kabel sind der schnellste Weg, die gesamte Ordnung wieder aufzulösen.
Ein häufiger Fehler ist, riechende Bücher sofort in die Sonne zu legen. Das bleicht die Seiten aus und macht das Papier spröde. Auch das Besprühen mit Parfüm oder Duftspray ist keine Lösung. Der Geruch überdeckt nur das Problem, während die Feuchtigkeit im Papier bleibt. Besser ist es, das Buch an einem trockenen, gut belüfteten Ort aufzustellen. Stellen Sie es aufrecht, damit die Luft zwischen die Seiten gelangt. Nach einigen Tagen lässt der Geruch oft nach, wenn er nur von der Lagerung stammt.
Ein weiterer Test ist der Klopftest. Halten Sie das geschlossene Buch an einer Ecke fest und klopfen Sie leicht mit der flachen Hand auf den Buchrücken. Rieselt Staub heraus, der wie feines Pulver aussieht, können das Schimmelsporen oder Insektenkot sein. Manche Schädlinge hinterlassen kleine Fraßgänge. Halten Sie nach runden Löchern von wenigen Millimetern Ausschau. Diese stammen oft von Papierläusen oder Bücherwürmern. Einzelne Löcher sind kein Grund zur Panik, viele Löcher dagegen schon.